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  • Einfachheit ist die höchste Form der Vollendung

    Ein Satz von Leonardo da Vinci. Er erinnert daran: Je komplizierter Menschen Dinge darstellen, desto weniger haben sie sie wirklich verstanden. Ignoriere daher Fachjargon und unnötige Komplexität. Orientiere dich stattdessen an Menschen, die Komplexes einfach machen.

  • Die Identität steckt im Verzicht

    Was du nicht tust, muss keine Lücke in deiner Arbeit sein. Es ist der Kern davon. Du bist nicht der Mensch, der alle Antworten kennt. Du bist der Mensch, der die richtigen Fragen stellt – und dann schweigt. Du bist nicht derjenige, der das Problem löst. Du bist derjenige, der glaubt, dass die andere Person…

  • Die Tyrannei des Offensichtlichen

    Das Offensichtliche ist laut, gut organisiert und hat perfekte Presse. Es liefert Narrative, Diagnosen und Erklärungen, die so kohärent wirken, dass leise Alternativen daneben wie Irrtümer erscheinen. Aber das sind sie nicht. Wer die unscheinbare Abweichung ernst nimmt entdeckt einen besseren Moment, einen Ausnahmetag, einen anderer Satz. Philosophisch betrachtet ist das ein Machtwechsel: Weg von…

  • Wir bemerken Gesundheit erst, wenn sie weg ist.

    Das ist kein Zufall. Es ist ihr Wesen. Stell dir vor, du stehst morgens auf. Du denkst nicht an deinen Rücken.Du denkst nicht an deine Lunge. Du stehst einfach auf und machst Kaffee. Das ist Gadamer zufolge der Beweis für Gesundheit: Du vergisst, dass du einen Körper hast. Der Philosoph Hans-Georg Gadamer beschrieb Gesundheit als…

  • Beste Sommer

    Woran würdest du erkennen, dass dieser Sommer zu deinem besten Sommer ever wird? Woran noch? Woran noch? Woran noch? Woran noch? Woran noch? Woran noch? Woran noch? Woran noch? Woran noch? Woran noch? …

  • Du bist nicht in deiner Situation. Du bist mit ihr.

    „In“ ist das falsche Wort. John Dewey schreibt 1938: Ein Mensch lebt nicht in einer Situation wie eine Münze in einer Tasche. Er interagiert mit ihr. Die Situation verändert ihn. Er verändert die Situation. Beides gleichzeitig, untrennbar. Das klingt akademisch. Aber es hat praktische Konsequenzen: Wenn du sagst „Ich stecke in einer schwierigen Situation“ – behandelst du…

  • Alles, was wir besitzen, verlangt etwas von uns.

    Alles, was wir besitzen, verlangt etwas von uns. Kümmere dich um mich, räum mich weg, pflege mich, halte mich ordentlich. Vielleicht sind wir erschöpft, weil wir zu viel haben, worum wir uns kümmern müssen. Ähnlich ist es in unserer Arbeit: Jede therapeutische Beziehung verlangt etwas von uns. Sei präsent, hör zu, reguliere dich, trage Verantwortung.Vielleicht…

  • Gesund ist kein Zustand.

    Es ist eine Praxis. Kein perfekter Körper.Kein fehlerfreies System.Keine Abwesenheit von Symptomen. Sondern die Fähigkeit,immer wieder Gleichgewicht zu finden. Allein.Oder mit Hilfe. Nicht trotz der eigenen Begrenzungen,sondern mit ihnen. Gesundheit beginnt dort,wo wir aufhören, Defekte zu zählenund anfangen, Möglichkeiten zu gestalten. Es geht nicht darum, normal zu funktionieren. Sondern darum,ein Leben zu bauen,das zu dir…

  • Ein Stückchen Mut

    Manchmal ist das alles was nötig ist. Um die Frage zu stellen, die weiter bringt wo vorher Stillstand war. Um in Kontakt zu treten wo Stille herrschte. Um Leichtigkeit entstehen zu lassen, wo zuvor bedrückende Schwere vorherrschte.

  • Selektive Ignoranz

    Schätzungsweise verarbeiten wir 11–12 Millionen Bits pro Sekunde unbewusst. Davon werden nur ungefähr 40 Bits pro Sekunde bewusst. Diese Ignoranz ist notwendig. In professionellen Gesprächen können wir dasselbe tun. In vielen Gesprächen wird viel gesagt. Aber wir können wählerisch sein worauf wir reagieren. Hier sind einige Filter: Was ist deinem Gesprächspartner wichtig? Welche Richtung schlägt…

  • Subtext, Kontext, Hypertext

    Subtext – die Idee, dass wahre Bedeutung verborgen ist, unter den Worten unserer Klient:innen. Kontext – die Idee, dass Bedeutung sich aus dem Umfeld speist. Hypertext – die Idee, einem Wort zu folgen und mehr darüber zu erfahren.

  • Laute Stimmen vs. nützliche Botschaften

    Defekte Systeme werden schlechter, wenn wir laute Regelwächter mit wichtigen Beiträgen verwechseln. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit vor allem auf die empörten Kommentare, die vielen Ausrufezeichen und die akribisch verteidigten Formalien richten, erheben wir diese Stimmen automatisch zu etwas Bedeutsamem. Währenddessen überhören wir womöglich jene, die leise, konstruktiv und respektvoll an einer guten Zusammenarbeit interessiert sind.…

  • Was keinen Platz hat

    Mis en place.A home for everything.Das richtige Werkzeug am richtigen Ort.Form follows function.Everything that doesn’t add value is waste. Unterschiedliche Disziplinen, gleiche Idee: Klarheit entsteht nicht durch mehr, sondern durch Platz. Dinge ohne festen Ort stellen immer wieder die gleiche Frage. Sie kosten Aufmerksamkeit, bevor sie Nutzen bringen. Ordnung ist keine Ästhetik. Sie ist Entscheidung.…

  • Unseren Job vs. unsere Arbeit machen

    Vielleicht – wenn wir Glück haben – stimmen unser Job und unsere Arbeit überein. Doch häufig ist unsere Arbeit etwas, um das wir kämpfen müssen. Sie wird uns nicht einfach gegeben, und wir können uns nicht einfach darauf bewerben. Sie ist das, wofür wir uns entscheiden. Die Veränderung, die wir bewirken wollen. Die Menschen, denen…

  • Unwissend

    Nicht das vollständige Wissen führt uns weiter. Sondern die Demut, das Wesentliche zu fragen, und die Neugier, dem Möglichen zu folgen.

  • Die Bereitschaft sich selbst ein Versprechen zu machen

    Über sich lachen zu können, ist eine gute Fähigkeit. Sie wird umso wichtiger, wenn wir es mit Themen zu tun haben, die wir nicht in zwei Minuten geknackt haben. Sondern damit rechnen müssen, dass wir Rückschläge erleben. Für jene, die genauso ein Thema vor sich sehen, kann dies der Moment sein sich ein solches Versprechen…

  • Doppelbilder

    Wir tragen alle Doppelbilder in uns. Ein Bild, das zeigt, wie wir uns selbst erleben:mit unseren Grenzen, Erfahrungen, Möglichkeiten. Ein zweites Bild, das zeigt, wie wir glauben, gesehen zu werden:wie wir sein sollen, wie wir funktionieren müssen. Diese beiden Bilder sind selten identisch. Die Lücke zwischen ihnen bleibt oft unsichtbar –bis sie spürbar wird. Als…

  • Weg vom „Wegmachen“

    Was kann ich gegen den Stress tun? Was kann ich gegen die Angst tun? Was kann ich gegen die Schmerzen tun? Oft ist diese Denkweise gut genug, um etwas wirklich zu verändern. Manchmal sollten wir uns eher fragen, wie wir es wieder und wieder schaffen diesen Zustand herzustellen. Gestresst zu sein. Ängstlich zu sein. Schmerzen…

  • Kleine Schritte

    Kein großer Sprung. Ein kleiner Schritt. Das ist alles was oft nötig ist.

  • Was heißt normal?

    13% der Arbeitnehmer gehen zur Arbeit, obwohl sie innerlich gekündigt haben. 78% gehen zur Arbeit, um Dienst nach Vorschrift zu machen. 400.000 Menschen leben mit einer Parkinsonerkrankung. 1% der Bevölkerung beschreibt sich als homosexuell. Grob jede 5. Person macht in ihrem Leben eine Depression durch. 5+ Millionen Menschen in Deutschland wählen die Grünen. 10+ Millionen…

  • Mönch und Minister

    Zwei Jugendfreunde. Derselbe Start. Zwei völlig verschiedene Leben. Der eine lebt einfach – bescheidene Kleidung, Reis und Bohnen, wenig Besitz. Der andere berät den König – feine Roben, Einfluss, Macht. Als sie sich nach Jahren begegnen, sagt der Minister: „Wenn du lernst, dem König zu dienen, musst du nicht mehr von Reis und Bohnen leben.“…

  • Unterschiede, die einen Unterschied machen

    Es vergehen Minuten, Stunden, Tage und Wochen zwischen Terminen mit unseren Klienten und Klientinnen. In dieser Zeit geschieht womöglich etwas, das wir für ihre Ziele nutzen können. Aber wir erfahren es nur, wenn wir danach fragen.

  • Das Bild auf der Verpackung

    Ein Klient erzählte mir gestern, wie hilfreich es war, beim Zusammenbauen eines Schranks immer wieder auf die Abbildung des fertigen Produkts zu schauen. Nicht weil er die Anleitung nicht verstanden hätte. Sondern weil das Bild ihm zeigte, worauf er hinarbeitet. Im Coaching ist das genauso. Ohne ein klares Bild davon, was erwünscht ist, ist es…

  • Einfachheit

    Leonardo Da Vinci soll gesagt haben: „Einfachheit ist die höchste Vollendung.“ Wer ein Thema wirklich versteht, macht es einfacher. Wer es nicht versteht, macht es komplizierter. Vertrautheit mit dem Thema ist die Basis. Die Grundbegriffe. Den Rhythmus. Das Gefühl, worum es geht. Die lösungsfokussierte Praxis ist ein gutes Beispiel. Es braucht manchmal nur drei Fragen.…

  • Spürst du den Kompass in deinem Bauch?

    Nicht im Kopf. Im Bauch. Der Kopf zählt Argumente. Der Bauch kennt die Richtung. Zwei Anzeigen hat dieser Kompass: Was dich belebt. Was dich leer macht. Das ist manchmal alles, was du wissen musst. Trotzdem passiert es ständig: Jemand beginnt etwas aus echter Freude. Dann kommen die gut gemeinten Ratschläge. Die To-do-Listen. Die Pflichtlektüren. Die…

  • Via possibilis

    Die perfekte Lösung ist selten sichtbar. Manchmal hilft es zu wissen, was nicht funktioniert. Via negativa. Weniger Irrwege. Weniger verschwendete Zeit. Weniger von dem was nicht funktioniert. Doch das hilft oft nicht weiter, wenn wir zur Frage kommen: Was ist der nächste Schritt? Wenn die Antwort unklar bleibt, können wir uns etwas anderes fragen: Was…

  • Drei Fragen, sind manchmal alles was wir brauchen

    Was erhoffst du dir in dieser Situation? Woran könntest du erkennen, dass die erhofften Änderungen realisiert sind? Was davon ist bereits realisiert? (Wie habt ihr das geschafft?)

  • Zwei Arten der Auseinandersetzung

    Wenn ich gewinne, weil jemand anderes verliert, entsteht Konflikt. Klar. Direkt. Nicht weiter produktiv. Wenn ich gewinne, weil ich mich meiner eigenen Angst stelle, gewinnen alle. Der Gegner da draußen ist oft ein Bild von dem, was ich innen nicht ansehen will. Wer kämpft, vermeidet manchmal nur die schwierigere Frage.

  • Wer schnell versteht, hat vielleicht nichts verstanden

    „Wie dämlich kann man sein!“ „Das ist doch offensichtlich!“ So zu reagieren ist verständlich. Oft entstehen diese schnellen Urteile, weil man noch nicht verstanden hat, wie jemand tickt — oder was eine Situation wirklich ausmacht. Wer den Impuls bemerkt, aber das Denken nicht abbricht, fängt meistens den zweiten Eindruck ein. Und der zweite Eindruck ist…

  • Die Lösung ist das Problem

    Wer ein Problem sieht, sucht eine Lösung. Wer keine Wirkung sieht, macht mehr davon. Lauter. Konsequenter. Entschlossener. Mehr vom Selben. Irgendwann wird die Lösung zum Problem. Die Schwierigkeit wäre vielleicht vergangen. Das Muster bleibt. Manchmal ist der mutigste Schritt: aufhören, was nicht funktioniert – auch wenn es sich anfühlt wie aufgeben.

  • Weniger

    Weniger schafft mehr Raum für das was bleibt. Wenn ich drei Instrumente lerne, ist es schwer nur eines wirklich zu beherrschen. Wenn ich zugleich Problemanalysen betreibe und Lösungsmöglichkeiten nachgehe, wird beides halb erledigt. Tiefe entsteht nicht durch mehr. Sie entsteht durch Weglassen.

  • Da sein

    Präsenz ohne Agenda. Wahrnehmen, was sich zeigt – nicht, was erwartet wird. Raum schaffen, in dem nichts weggemacht werden muss. Worte finden für das, was sich noch nicht sagen lässt. Schweigen halten. Veränderung braucht Pausen. Hören, was nicht gesagt wird. Das Kleine ernst nehmen. Ressourcen, nicht Defizite. Menschen sind mehr als ihre Diagnosen. Nicht jede…

  • 50 Prozent

    Die Hälfte unserer Erfahrungen sind unterdurchschnittlich. Nicht weil wir versagen. Sondern weil das die Definition von Durchschnitt ist. Das Problem ist nicht die Statistik. Das Problem ist, was wir daraus schließen. Wir erleben etwas Schlechtes – und greifen sofort nach dem nächsten Ding. Dem schnelleren. Dem einfacheren. Wir nennen das Optimierung. In Wirklichkeit ist es…

  • Selbstbetrug

    Wir haben es vielleicht alle schon erlebt. Ein Kollege liefert schlechte Arbeit. Du wirst gereizt, kritisch, nörgelst. Er bessert sich. Du entspannst dich wieder. Das fühlt sich normal an. Sogar berechtigt. Aber schau genauer hin. Du hast ihn nicht kritisiert, damit es ihm hilft. Du hast ihn kritisiert, damit du dich wieder gut fühlst. Er…

  • Theorie und Praxis

    Die meisten sagen, wir müssten die Lücke dazwischen schließen. Dabei ist die Lücke kein Problem. Sie ist ein Kompass. Theorie sagt, wie es sein könnte. Praxis zeigt, wie es gerade ist. Der Abstand dazwischen gibt dir eine Richtung. Wer die Spannung aushält, lernt mehr als jeder, der sie wegoptimiert. Die Frage ist nicht: Wie schließe…

  • Urteile verraten den Richter

    „Das war gut.” „Das war schlecht.” „Das ist professionell.” „Das ist laienhaft.” Klingt nach Fakten. Sind aber keine. Bewertungen beschreiben nicht die Welt. Sie beschreiben den Standpunkt dessen, der schaut. Der Konstruktivismus ist da ziemlich unhöflich: Es gibt keine Beobachtung ohne Beobachter. Kein Urteil ohne Brille. Kein „objektiv schlecht” – nur: schlecht aus welcher Perspektive,…

  • Erklären vs. Verstehen

    Es ist verlockend, Dinge zu erklären. Erklärungen geben ein gutes Gefühl.Sie klingen sauber.Logisch.Abgeschlossen. „Das passiert, weil …“Und plötzlich wirkt alles kontrollierbar. Aber oft ist das nur ein schönes Märchen. Erklären heißt:Ich bastle mir eine Geschichte, die für mich Sinn ergibt. Verstehen ist etwas anderes. Verstehen passiert, wenn ich merke:Meine Geschichte ist nur eine von vielen.…

  • Was, wenn wir das Problem gar nicht brauchen?

    Wenn etwas nicht funktioniert, wollen wir wissen warum. Wir analysieren. Suchen die Ursache. Machen einen Plan. Klingt vernünftig. Funktioniert prima – beim Auto. Bei Menschen nicht so sehr. Es gibt eine andere Möglichkeit: Wir können beschreiben, wie es aussehen soll, wenn es besser ist. Ausschau halten, wann es das schon mal war – auch nur…

  • Anders als erwartet

    Die Bildgebung eines Ganglions, ist nicht das Ganglion selbst. Und so kommt es, dass der ursprüngliche Plan nach Inzision des Handgelenks hinfällig ist. „Das ist mehr als erwartet.“ Die Fahrtdauer, die im Navi berechnet wurde, ist nicht zwangsläufig die Fahrtdauer, die auf der Straße gebraucht wird. Und so kommt es, dass man früher/später am Ziel…

  • Was meinen Sie damit?

    Ferdinand de Saussure hatte recht: Das Band zwischen einem Wort und seiner Bedeutung ist beliebig. Ein Tisch ist vielleicht ein Tisch. Ein Stein ist ein Stein. Aber wenn deine Klientin sagt: „Ich habe Stress“? Oder: „Der Leistungsdruck macht mich fertig“? Weißt du dann wirklich, was sie meint? Ihr Stress ist nicht dein Stress. Ihr Druck…

  • Welches Problem wollen Sie?

    Komplexität heißt: Es gibt keine klaren Antworten. Im Gegenteil: es gibt Widersprüche. Wir müssen also entscheiden. Geld ausgeben und eine vielversprechende Erfahrung? ODER: Verzicht und Geld behalten. Linderung der Schwellung durch Kompression und eine Ausweitung der Druckstelle? ODER: Schonung der Druckstelle und geschwollene Beine? Überstunden machen und das Team unterstützen? ODER: Grenzen wahren und das…

  • Vollständigkeit

    Timothy Gallwey über Vollständigkeit – zu jedem Zeitpunkt: «Wenn wir den Samen einer Rose in die Erde legen, sehen wir, dass er klein ist, aber wir würden ihn niemals als ‹wurzellos und ohne Stiel› bezeichnen. Wir sehen ihn als Samen und geben ihm Wasser und alles, was ein Samenkorn braucht. Wenn die erste grüne Spitze…

  • Viele Leute sehen nicht, wie weit sie gekommen sind

    Wir können ihnen helfen, zu erkennen, was sie bereits geschaffen haben. Was dabei hilfreich war. Was sie über sich gelernt haben. Wer hilfreich war. Was nächste Anzeichen von Fortschritt sein könnten. Das ist oft mehr wert als „Lösungen“ anzubieten.

  • Mittel und Zwecke

    Wenn wir sie vertauschen, haben wir womöglich ewig zu tun, kommen aber nie an.

  • Wir haben nie einen Klienten abgelehnt, und doch konnte ich mir immer aussuchen mit wem ich spreche.

    Das ist ein Satz von Chris Iveson, an den ich mich immer wieder gerne erinnere. Wenn wir unsere Klient:innen fragen: Dann haben wir eine andere Person vor uns sitzen, als wenn wir Probleme analysieren und Lösungen verschreiben. Und das können wir nicht unseren Klient:innen anlasten.

  • Wie würde es aussehen wenn es leicht ist?

    Wir vertrauen dem Schweren. Wenn etwas mühelos gelingt, wird es verdächtig. Wir fragen uns: War das wirklich wichtig? Habe ich mich genug angestrengt? Zählt es überhaupt? Unsere Sprache verrät uns. „Hart erarbeitet“ klingt besser als einfach nur „verdient“. „Blut, Schweiß und Tränen“ macht eine Geschichte erst erzählenswert. „Leicht verdientes Geld“ – das kann ja nichts…

  • Repariere nicht, was nicht kaputt ist

    Der tropfende Wasserhand. Die Fehlermeldung. Der Knochenbruch. Klar sichtbar, eindeutig und unstrittig, ist es hier Zeit zu handeln. Aber was ist mit einer Beziehung, die sich ändert, weil sich Menschen nun einmal ändern. Ist die Person kaputt, weil sie heute Rap mag und Street Food – oder ist sie einfach nur anders? Dasselbe gilt vielleicht…

  • Ausprobieren. Beobachten. Anpassen.

    Kompliziert oder komplex? Kompliziert: analysieren, planen, lösen.Komplex: ausprobieren, beobachten, anpassen. Kompliziert hat eine richtige Antwort.Komplex hat eine nächste Antwort. Beim komplizierten Problem willst du ankommen.Beim komplexen Problem bleibst du unterwegs. Die meisten behandeln komplexe Probleme wie komplizierte. Sie suchen die Lösung. Und wundern sich, warum sie nicht ankommt. Welches Spiel spielst du gerade?

  • Träume werfen Schatten

    Schatten entstehen nur dort, wo Licht ist. Wer sich keine großen Sorgen macht, hat wahrscheinlich keine großen Träume. Die Angst vor dem Scheitern ist kein Zeichen von Schwäche – sie ist der Beweis, dass dir etwas wirklich wichtig ist. Träume und Ängste sprechen dieselbe Sprache. Sie sind dieselbe Energie, nur in verschiedene Richtungen gelenkt. In…

  • Kunst

    Robert Henri über die Kunst, die unweigerlich entsteht, wenn wir in der richtigen Stimmung sind: “The object isn’t to make art, it’s to be in that wonderful state which makes art inevitable.” Robert Henri

  • Perlen des Alltags

    Wenn Tage in Hektik beginnen – und Enden. Wenn im Außen erst kurz die Stille herrscht – und im Innen der Krach beginnt. Wenn wir einen Haken machen – und sich schon die nächste Aufgabe aufzeigt, die abgehakt werden will. Wenn man gerade erst die Füße hochlegt – und dann wieder aufgescheucht wird. Was wird…

  • Mehr vom selben

    Wenn wir immer wieder das tun, was wir immer schon getan haben. Dann werden wir auch immer wieder das bekommen, was wir immer schon bekommen haben.

  • Was wenn?

    Was, wenn wohltuende Interaktion – Bestätigung dessen, was andere bereits machen und respektvolle Aufmerksamkeit für Hoffnungen an die Zukunft – unsere gemeinsame Sprache wäre?

  • Wie wir zuhören können, damit unsere Klient:innen reden

    Zuhören fühlt sich passiv an. Jemand spricht. Wir nehmen es auf. Aber das stimmt nicht. Jedes Mal, wenn wir zuhören, entscheiden wir uns für etwas. Was wir für wichtig halten. Was bemerkenswert ist. Was wir befürworten. Was nicht. Worauf wir antworten. Wir greifen etwas auf, ignorieren etwas anderes. Das bestimmt mit, worüber unser Gegenüber als…

  • Stattdessen?

    Das hier und jetzt war noch vor einiger Zeit kaum auszumalen? Und wenn es uns nicht passt, ist einer der einfachsten Wege etwas zu ändern bei der Frage zu bleiben was wir stattdessen wollen? Und wenn die erstbeste Hoffnung äußerst unwahrscheinlich ist, bietet es sich an nach der zweitbeste Hoffnung zu fragen.

  • Kleine Schritte und große Horizonte

    Der nächste kleine Schritt – Gleich. Heute noch. Morgen. Wir können ihn so klein machen, dass wir keine Ausrede haben. So konkret, dass wir in wenigen Minuten starten. Es lohnt sich hier eine Menge unserer Aufmerksamkeit und Energie zu lassen. Kleine Zeichen – die nahe Zukunft ist schon das eine Zukunft, die wir nicht vorhersagen…

  • Wenn das die Lösung ist, will ich mein Problem zurück

    Wir sind schnell mit Lösungen. Zu schnell. „Sie müssen einfach klarer Grenzen setzen.“ Klingt hilfreich. Begrenzt aber oft mehr, als es eröffnet. Denn mit der Antwort ist der Raum schon wieder zu. Eine andere Möglichkeit: „Wann ist es Ihnen schon ein kleines bisschen gelungen?“ „Da habe ich einmal früher aufgehört zu erklären. Einfach gemacht.“ Plötzlich…

  • Gesundheit lebt von Möglichkeiten. Das Gesundheitswesen von Defiziten.

    Wir können so tun, als ob unser Körper eine Maschine ist. Wenn ein Teil kaputt ist, reparieren wir ihn. Gesundheit heißt: keine messbare Störung. Das ist sauber. Präzise. Lebensrettend.Aber auch eng. Wir sind allerdings keine Objekte. Wir sind ein Bündel von unendlichen Prozessen von A wie Atmung, über B wie Bindung bis Z wie Zellteilung.…

  • Gruß von Goethe

    „Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen, Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden. Was wir können und möchten, stellt sich unserer Einbildungskraft außer uns und in der Zukunft dar; wir fühlen eine Sehnsucht nach dem, was wir schon im stillen besitzen. So verwandelt ein leidenschaftliches Vorausergreifen das wahrhaft Mögliche…

  • Wir überschätzen Evidenz

    Nicht, weil sie wertlos ist.Sondern weil wir sie falsch einordnen. Evidenz funktioniert gut in einfachen und komplizierten Systemen. Dort, wo Ursache und Wirkung stabil sind.Wo Analyse zu besseren Entscheidungen führt. Das ist die Welt der Leitlinien.Der Studien.Der „best practice“. Aber vieles, was uns interessiert, lebt woanders. Im Komplexen. Dort gibt es keine klaren Kausalitäten. Eher…

  • A home for everything

    Viele Dinge sind nicht das Problem.Unklare Dinge sind es. Ein Gegenstand ohne Zuhause ist keine Sache.Er ist eine offene Schleife. Er taucht auf.Du entscheidest nichts.Also bleibt er. Das kostet Energie. Die Frage ist nicht:„Brauche ich das?“ Sondern:„Wofür genau ist es da?“ Wenn du das nicht beantworten kannst, ist es nicht nützlich.Egal ob es bleibt oder…

  • Noch besser

    Es macht einen Unterschied, ob wir jemandem sagen, dass seine Leistung besser werden kann – oder dass sie noch besser werden kann. Wenn wir „noch besser“ sagen, legen wir ein Fundament fest: Wir bestätigen, dass bereits etwas Gutes vorhanden ist – und schaffen zugleich Raum für Weiterentwicklung.

  • Wunder

    Angenommen deine Worte könnten beeinflussen wie sich die Dinge oder andere entwickeln – wie durch einen Zauberspruch. Was würdest du dir und anderen im Laufe des Tages sagen? Was würdest du auslassen? Wie würdest du es sagen?

  • Ein gesunder Mensch ist ein gesunder menschlicher Handlungsraum

    John Dewey über die biomedizinische Betrachtungsweise von Gesundheit und Krankheit: „We need to recover from the impression, now widespread, that the essential problem is solved when chemical, immunological, physiological, and anatomical knowledge is sufficiently obtained. We cannot understand and employ this knowledge until it is placed integrally in the context of what human beings do…

  • Richtungen

    Bevor wir uns auf den Weg machen, sollten wir die Richtung bestimmen. Sonst könnte uns jeder Schritt in die falsche Richtung bringen. Bevor wir uns in Mitteln und Maßnahmen verlieren sollte uns der Zweck klar sein. Bevor wir nach Lösungswegen fragen (Wie?), sollten wir nach Lösungszuständen fragen (Woran erkennst du, dass du angekommen bist?).

  • metaplastisch

    Wir verkürzen unsere Arbeit nicht selten auf das Wissen das und unser Gehirn und Körper sich anpassen können. Neuroplastizität. Bioplastizität. Dabei vergessen wir das sich jeder Mensch in einem sozialen System bewegt – in das wir auch Bewegung bringen könnten. Warum am Gras ziehen? Warum nur individuelle Faktoren betrachten? Warum nicht die Faktoren beeinflussen, die…

  • Normal

    Normal ist ein Begriff den wir streichen sollten. Er moralisiert. „Das ist doch selbstverständlich.“ Er verwirft die Frage: Im Vergleich zu welchem Standard? Im Vergleich zu wem? Normal ist für manche nicht erreichbar. Wenn die normalen, gewöhnlichen Wege nicht funktionieren, können wir Gewöhnliches auf ungewöhnliche Weise versuchen.

  • Festhalten

    Wir versuchen im Auge zu halten, was wir erledigen müssen, was wir geschafft haben und was wir erreichen wollen. Dabei halten wir fest, was geschehen ist, was gegenwärtig organisiert werden will und was für die Zukunft geplant werden muss. Was, wenn wir das Dritte – die Zukunft – ernster nehmen als eine To-do-Liste? Nicht als…

  • Krankheit ist eine vollständige Form des Lebens

    Merleau-Ponty sagte es so. Nicht: halb. Nicht: defekt. Nicht: Pause. Eine vollständige Form des Lebens. Wenn wir krank sind, leben wir nicht im „Bugfix-Modus“, bis das altes Leben zurückkommt. Wir leben eine andere Version von Leben – mit eigener Logik, eigenen Regeln, eigenen Möglichkeiten. Übertragen wir das mal: Ein Unternehmen in der Krise ist nicht…

  • Unser Erleben ist untrennbar von der Welt in der wir sind

    John Dewey über menschliches Erleben als Interaktion: The statement that individuals live in a world means, in the concrete, that they live in a series of situations. The meaning of the word ‘in’ is different from its meaning when it is said that pennies are ‘in’ a pocket or paint is ‘in’ a can. It…

  • Zuversicht

    Zuversichtlich sein heißt nicht, zu wissen wie es ausgehen wird. Nicht, dass es gut ausgehen wird. Aber es heißt im Wissen zu ruhen, dass wir wissen, können, wollen. Dass wir die Dinge beeinflussen können. Aus dieser Ruhe ist vieles möglich.

  • Gesundheit versteckt sich

    Du spürst deine Gesundheit nicht. Du spürst sie erst, wenn sie weg ist. Wenn du gesund bist, machst du einfach … Dinge. Neugierig. In Bewegung. Selbstvergessen. Genau das ist der Punkt. Sobald du anfängst, deine Gesundheit zu beobachten, hat sich bereits etwas verschoben.

  • Mehr-vom-Selbem-Lösungen

    Wenn es einmal nicht reicht, versuchen wir es nochmal. Oder steigern die Intensität. Wenn die Tochter er nicht direkt versteht, wird man laut. Wenn der Erklärungsversuch an die Partnerin nicht reicht, wird man ausführlicher, detaillierter und fordernder. Wenn ein Argument nicht reicht, wird noch eins angebracht. Und dann noch mehr vom Selben. Wenn der verlorene…

  • Fokus

    Wir behalten alles im Blick: Was, wenn wir auch im Blick behalten was wirklich bewegt: Was, wenn?

  • Die Karte frisst das Territorium

    Du baust ein „zweites Gehirn“. Ordner, Tags, Backlinks. Ein Artikel mit einer guten Idee: geclippt, getaggt, weitergezogen. Alles gespeichtert. Die Ideen lebt jetzt in einer Datei. Du hast sie gespeichert. Du hast sie nicht gedacht. Du pflegst deinen Kalender. Montag: tiefes Arbeiten. Mittwoch: Sport. Freitag: Nachdenken. Aber wann hast du zuletzt etwas gemacht, das nicht in…

  • Eine Küchen-Metapher

    Die liebe Kolleginnen und Kollegen kommen zum Abendessen. Was kochst du? Manche interessiert es nicht, ob es köstlich ist – Hauptsache, es ist mal was anderes. Anderen ist es egal ob es neu oder interessant ist. Aber es muss pünktlich auf dem Tisch stehen. Wieder andere definieren „köstlich“ ganz anders als du. Ein Paar interessiert…

  • Nutzen

    Wenn eine Person zu uns kommt, ist leicht die Zusammenarbeit an unserer Expertise auszurichten. Doch am Ende des Tages geht es um das Leben unserer Patient:innen, Klient:innen, Kund:innen – und deren erhoffte Wirkung. Da bietet es sich an zu fragen, WAS sich die Person erhofft. Und nach der Zusammenarbeit – für’s Erste oder endgültiger –…

  • Warum haben wir zwei Augen?

    Nicht zur Sicherheit, falls eines ausfällt. Sondern weil zwei Augen, die denselben Gegenstand aus leicht unterschiedlichen Winkeln betrachten, zusammen etwas erzeugen, das keines allein könnte: Tiefe. Dasselbe kann für viele alltägliche Themen gelten: Zwei Personen sehen ein Problem unterschiedlich. Zwei Partner sehen, die Entwicklung der Beziehung unterschiedlich. Zwei Kollegen haben eine unterschiedliche Herangehensweise an dasselbe…

  • Subtraktion

    Ein Weg leichter vorwärts zu kommen ist weniger. Die Apps auf dem Handy zu deinstallieren, die nur ablenken. Das aus dem Gepäck zu nehmen, was nicht wirklich gebraucht wird. Die Fragen für sich zu behalten, die wahrscheinlich auf einen Umweg führen.

  • Frage

    Frage offen. Frage nach Erwartungen. Frage nach Ausnahmen. Frage wer woran Fortschritt erkennen könnte. Frage zirkulär. Frage nach Vorboten. Frage, wie Betroffene selbst zum Problem beitragen.  Frage lieber zu viel als zu wenig. Und dann frage, ob du vergessen hast nach etwas zu fragen und ob es noch etwas Erwähnenswertes gibt. All questions are „loaded questions“,…

  • Weltsichten

    Um zu bewerten, warum jemand zu einer Weltsicht kommt und daran festhält, ist es hilfreich zu überlegen wie jemand sieht, was er:sie sieht. Welche Maßstäbe werden angelegt? Was ist wichtig? Was ist unwichtig? Welche Unterschiede werden bemerkt und welche nicht? Antworten auf diese Frage, liefern wahrscheinlich (gute) Gründe.

  • Was passiert, wenn nichts passiert?

    Die wichtigste Frage, die wir uns heute stellen können. Nicht: Was sollten wir tun? Nicht: Was ist das Problem? Sondern: Was passiert, wenn wir einfach weitermachen wie bisher? Das Team, das schon seit Monaten nicht mehr richtig miteinander spricht. Die Patientin, die jeden Termin die gleichen Ausweichmanöver fährt. Die Organisationskultur, die langsam, aber stetig, talentierte…

  • Wie Theorie uns praktisch werden lässt

    Theorie und Praxis gelten für die meisten als Gegensätze. Theorien sind theoretisch. Praktische Konzepte sind praktisch. Klingt logisch – auf den ersten Blick. Aber wenn wir davon ausgehen, dass jeder Mensch einzigartig und in komplexen Verhältnissen lebt, verlieren vereinzelte, fremde, erzählte und vergangene Erfahrungen aus der Praxis ihre Relevanz beim nächsten einzigartigen Menschen, der ebenfalls…

  • Und was jetzt?

    Du bist im Urlaub und es regnet. Die Kinder sind krank und du müsstest längst auf dem Weg zur Arbeit sein. Die Folgen einer Erkrankung schränken dich spürbar ein und du hattest noch so viel vor. Du hast einen Plan, aber das Leben einen anderen. Man kann sich lange dagegen wehren. Aber die eigentliche Frage…

  • Verbindung

    Wir sprechen gern über Tools und Techniken. Über Befunde und Analysen. Über Strategien und Trainingsprogramme. Doch selten sprechen wir darüber, wie wir in Beziehung treten. Dabei ist genau das der Kern jeder sinnvollen therapeutischen Arbeit – besonders, wenn es um Menschen mit chronischem „Schmerz“ geht. Echte Verbindung entsteht nicht durch Erklärungen, sondern durch Neugier. Durch die Art,…

  • Möglichkeiten

    Der neue Chef, der die Dinge anders angeht. Der alte Rücken, der Schmerzen bereitet. Vielleicht ist es nicht die Sache oder die Person an sich. Sondern die Einengung der Möglichkeiten. Und vielleicht muss nicht die Sache selbst geändert werden. Sondern ein anderer Weg gefunden werden. Vielleicht muss nicht die Wand weg. Vielleicht reicht eine andere…

  • Eine Ökologie des Schmerzes

    Ein und dieselbe Verletzung führt bei unterschiedlichen Personen nie zum selben Schmerz. Schmerzen sind kein rein biomedizinisches Phänomen – auch wenn viele so denken. Wenn ich meinen Körper spüre und mit ihm verbunden bin. Wenn ich im Tun bleibe und mich der Welt zuwende. Wenn ich mich getragen fühle von meinem Umfeld. Wenn ich mich…

  • Kannst du es negativ beeinflussen?

    Gibt es etwas, das du heute tun könntest, um Fortschritte aufzuhalten oder die aktuelle Situation zu verschlimmern? Auf was müsstest du deine Aufmerksamkeit richten, um dich nur ein bisschen weniger hoffnungsvoll zu fühlen? Ein bisschen verzweifelt? Um ein bisschen Sorge hervorzulocken? Wenn es so leicht ist die Lage zu verschlechtern, wie kommt es, dass wir…

  • Probleme, die kein Puzzle sind

    Wir lieben das Komplizierte. Expertise, Strategie und Fleiß zahlen sich aus. Man braucht nur die richtigen Teile und ein bisschen Geduld. Wie bei einem Puzzle. Komplexität dagegen fühlt sich an wie eine Autofahrt bei Nebel. Keine Plan passt, kein Algorithmus rettet uns. Es lebt, atmet, verändert sich. Unsere Expertise kommt hier an Grenzen. Stattdessen können…

  • Mut zu einfachen Fragen

    Wir haben ein Problem. Wir entwickeln ein enormes Repertoire von Betrachtungsweisen, analytischen und diagnostischen Werkzeugen und Strategien zur Therapie und Beratung von Problemen. Unsere Theorien leiten unser Handeln und bringen uns von einfachsten Fragen ab: Was ist deine Geschichte? Was brauchst du gerade? Was erhoffst du dir von unserer Zusammenarbeit? Antworten auf diese Fragen sollten…

  • Was ein Eindruck verändern kann

    Was siehst du? Besser? Siehst du es jetzt? Bildnachweis: Anil K. Seth

  • Innere Botschafter

    Schmerz. Angst. Wut. Stress. Wir sehen sie oft als Störenfriede.Als etwas, das verschwinden soll.Aber das gleicht dem inneren Teilsuizid. Was, wenn sie keine Störenfriede sind –sondern Botschafter? Boten einer inneren Ordnung, die gehört werden will.Hinweise auf Grenzen, Werte, unerfüllte Bedürfnisse – einer Seite von uns, die vor allem ein braucht, bevor es weiter geht: Würdigung.…

  • Das Aufmunterungsparadox

    Wir meinen es gut. Wir haben gute Absichten. Wollen aufmuntern. Hoffnung schenken. Doch Kommunikation ist nicht was wir Senden. Was jemand aus dem macht, was wir sagen, kann etwas völlig anderes sein. Bedeutung entsteht im Beobachter, nicht in der Botschaft. Und so können jene, mit denen wir arbeiten den Rückschluss ziehen, dass man schon arm…

  • In der eigenen Geschichte gefangen

    „War ja klar, dass mir das heute nicht gelingt!“ „Typisch.“ „Oh mein Kopf!“ Was jemandem gelingt. Was bereits auf kompetente Weise erledigt wurde. Was jemand trotz Hindernissen schafft, schafft es manchmal nicht ins innere Erleben, weil eine Geschichte im Weg ist. Eine Geschichte, die die Person sich selbst erzählt. Darüber, was aufgrund der eigenen Persönlichkeit,…

  • Wie wir jemandem begegnen, begrenzt oder eröffnet Möglichkeiten

    Nora Bateson über die Art und Weise wie wir einer Klientin einem Patienten begegnen: „If an emergency medical doctor is treating a person who has overdosed on opioids, they must act directly with the corrective of a Naloxone injection. The action is not in question. However, the way the medic sees the person makes a…

  • unknackbar, aber umgehbar

    Wenn es unknackbar ist, ist es vielleicht mehr als ein kompliziertes Problem. Wir können es weiterhin als problematisch bewerten und etwas daran tun wollen. Leichter wäre es, einen Umweg zu suchen. Steve de Shazer sagte: Wenn wir von A nach B wollen, sollten wir zunächst den direkten Weg annehmen. Das ist der minimalistische und pragmatische…

  • Nichts ist einfach gut oder schlecht

    Der Kontext bestimmt den Nutzen. Sport kann der Fitness dienen. Oder er ist ein Mittel, um etwas aus dem Weg zu gehen. Konversation kann nützlich sein, um sich etwas Wesentlichem zu nähern. Oder um ihm aus dem Weg zu gehen. Ein Messer kann als Mordwaffe dienen. Oder wir nutzen es, um Fisch zu filetieren. Nichts…

  • Innere Diktaturen

    In uns leben dutzende Seiten – mutige, ängstliche, kreative, kontrollierende. Das ist kein Problem. Das ist die Architektur. Problematisch kann es werden, wenn eine Seite die Regierung übernimmt. Wenn der innere Kontrolleur zum Diktator wird. Wenn er von außen Zuspruch bekommt. Dann verstummen alle anderen Stimmen. Es entsteht Rigidität, Ohnmacht, Erschöpfung. Der Diktator konstruiert eine…

  • Das Falsche richtig machen

    Wir können sehr gut darin sein, Leitern hochzuklettern. Jede Sprosse fest im Griff. Perfekte Technik. Beeindruckende Geschwindigkeit. Und dann stellen wir fest: Die Leiter lehnt an der falschen Wand. Peter Drucker nannte das den Unterschied zwischen Effektivität und Effizienz. Das Richtige tun versus etwas richtig tun. Manager haben das verstanden. Sie wissen, dass das brillanteste…