• dialogisch
    1. Wenn zwei auf eine Idee kommen, auf die der:die Einzelne nicht gekommen wäre.
    2. Wenn zwei Denkweisen aufeinander treffen und sich daher Ansichten verändern.
    3. Wenn Möglichkeiten mehr Gewicht bekommen, weil sie jemand gehört und anerkannt hat.

  • Dasein

    Carl Rogers glaubte, dass da-sein und emphatisches Zuhören die größte Hilfe und Unterstützung sind, die man einem Menschen bieten kann.

    Er schreibt über seine Arbeit:

    „It is my purpose to understand the way he feels about in his own inner world, to accept him as he is, to create an atmosphere of freedom in which he can move in his thinking and feeling and being, in any direction he desires. How does he use this freedom? It is my experience that he uses it to become more and more himself. He begins to drop the false fronts, or the masks, or the roles, with which he has faced life. He appears to be trying to discover something more basic, something more truly himself.“ (Rogers 1961)

    Er deutet damit auf etwas ganz Grundlegendes. Etwas Paradoxes. Menschen verändern sich erst, wenn sie sich annehmen wie sie sind.

  • Der Schritt ins Ungewisse

    Es ist leicht sich fertig zu machen, wenn der Schritt ins Ungewisse sich als unnütz erwiesen hat.

    Aber das kann erst das Gegenwarts-Ich sehen.

    Das Vergangenheits-Ich konnte es nicht wissen. Kein Grund sich fertig zu machen. Vielmehr Grund den eigenen Mut anzuerkennen. Etwas zu versuchen, ohne zu wissen wie es ausgeht.

    Und vielleicht Grund genug, dem Zukunfts-Ich zuzusichern, dass man es gemeinsam durchsteht.

  • 3 Journaling-Fragen
    1. Wenn du zurückschaust auf die letzten Minuten, Stunden, Tage und Wochen: Womit bist du besonders zufrieden? Wie ist das gelungen?
    2. Was wird wichtiger? Was weniger?
    3. Woran würdest du in den kommenden Minuten, Stunden, Tagen und Wochen erkennen, dass das Wichtige genau den Raum bekommt, den es verdient?

  • Eine neue Überschrift

    Kürzlich sagte eine Patientin:

    „Ich will mir von dieser Erkrankung nicht meine Lebensfreude nehmen lassen.“

    Dieselben Erfahrungen.

    Andere Überschrift.

    Plötzlich tauchen Ressourcen auf: Was gelingt trotzdem? Wer hat geholfen? Was funktioniert? Wer hat an dich geglaubt?

    Michael White nennt das die Suche nach alternativen Geschichten. Nicht die Erfahrung ändern – sondern den Blick auf sie.

  • Wessen Leben?

    Wir verlieren uns leicht in Ideen, wie das Leben sein sollte.

    Für unsere Kinder.

    Für unsere Freunde.

    Für unsere Patienten, Klienten, Kunden.

    Für unsere Eltern.

    Wir planen, lenken, formen – aus Fürsorge, aber oft auch aus unserem eigenen Blickwinkel. Theorien. Ideale. Vorstellungen darüber wie es sein sollte.

    Doch am Ende ist es nicht unser Leben, das gelebt wird.

    Der wichtigste Rat ist manchmal kein Ratschlag, sondern Raum.

  • Zwei Arten der Leichtigkeit

    Die erste Art der Leichtigkeit entsteht, wenn wir es uns leicht machen.

    Wenn wir liegen lassen, was wir wegräumen könnten. Wenn wir aufschieben, was wir heute tun könnten. Wenn wir den einfachen Weg nehmen, wenn wir wissen, dass wir es später bereuen.

    All‘ das mag zu Zeiten seinen Platz haben.

    Die zweite und wahrscheinlich sinnvollere Art der Leichtigkeit entsteht, wenn wir „das richtige“ tun, zum „richtigen Zeitpunkt“, aus den „richtigen Gründen“.

    Und richtig bedeutet womöglich einfach nützlich. Der Nutzen, die Aufgabe heute zu erledigen ist größter, als der Gewinn des Aufschiebens.

  • Tunnelblicke

    Wer gegen etwas kämpft, sieht schnell nichts anderes.

    Und was wir sehen, wächst.

    Die Energie folgt dem Fokus. Wer das Problem fixiert, vergrößert es. Wer dagegen ankämpft, gibt ihm mehr Raum.

    Der Ausweg beginnt nicht mit mehr Anstrengung. Er beginnt mit einem anderen Fokus.

  • Kochbücher ersetzen keinen Chefkoch

    Wir können eine Speisekammer voller bester Zutaten haben und ein perfektes Rezept danebenlegen – trotzdem entsteht daraus noch kein gutes Abendessen.

    Der Unterschied liegt in etwas anderem: in der Kunstfertigkeit des Kochs in Beziehung zu seinem Wissen und Können, zum Essen und zu den Gästen.

    Die Magie steckt nicht allein in den Zutaten und nicht im Kochbuch, sondern in dem lebendigen Dazwischen: Da wo jemand wirklich sieht, schmeckt, lauscht – und entsprechend handelt.

  • Wittgenstein über Kontext

    Nichts steckt einfach in den Worten.

    „Die Worte … mit ihrem Ton und Blick, scheinen allerdings schon jede Nuance ihrer Bedeutung in sich zu tragen. Nur darum aber, weil wir sie als Teil einer bestimmten Szene kennen. Man könnte aber eine ganz andere Szene um diese Worte (im gleichen Tone gesprochen) bauen um zu zeigen, wie ihre besondere Seele in der Geschichte liegt, zu der sie gehören.“ (Wittgenstein: Zettel, 176)

    Bedeutung steckt im Kontext. In der Geschichte. In der Interaktion.