• Was wir meinen, ist nicht was ankommt

    Wir wollen unseren Kindern helfen, selbstständig zu werden. Also erledigen und unterstützen wir sie bei allem – vom Pausenbrot bis zur Hausaufgaben-Erinnerung. Und dann wundern wir uns wenn sie denken: „Ohne Mama/Papa geht gar nichts. Wir wollen unseren Kolleginnen zeigen, wie etwas geht. Also zeigen wir es ganz genau. Und dann wundern wir uns, wenn…

  • Wer zuhört führt

    Viele glauben immer noch: Der Redner trägt die Verantwortung. Er sendet die Botschaft. Der Zuhörer empfängt sie einfach nur. Dabei ist längst gut erforscht: Während wir zuhören, formen wir aktiv mit, was die andere Person sagt. Unsere Reaktionen, unser Nicken, Schweigen – all das beeinflusst die nächsten Worte unseres Gegenübers. Wir sind nicht passiv. Wir…

  • Offensichtlich vs vielleicht

    Wenn etwas „offensichtlich“ ist, gibt es nichts mehr zu fragen. Die Sache ist klar. Wir wissen Bescheid. Es wird Zeit zu handeln. Ein „Vielleicht“ lädt ein. Es schafft Raum für andere Sichtweisen, andere Möglichkeiten. „Offensichtlich“ beendet das Gespräch. „Vielleicht“ beginnt es.

  • Anerkennung und die Suche nach Lösungen

    Es ist wie das Laufen. Ein Bein hält dich stabil. Das andere geht nach vorne, unbelastet. Keins funktioniert ohne das andere. Anerkennung ist das Standbein. Es trägt das Gewicht dessen, was jemand mit sich bringt—ihre Geschichte, ihr Ringen, ihre Wahrheit. Erst dann kann sich das andere Bein bewegen. Erst dann kann die Suche nach Möglichkeiten…

  • Widerstand

    Ein Wort, das mehr über den Sprecher sagt als über den, von dem es handelt. Wenn das Kind nicht hört. Wenn die Mitarbeiter nicht tun, was man sagt. Wenn unsere Klienten nicht umsetzen, was wir empfehlen. Dann kooperieren sie nicht mit unserem Plan. Aber sie kooperieren vielleicht mit ihrem eigenen. Vielleicht liegt es nicht an…

  • Lernen bedeutet, einen Schritt in Richtung der Person zu machen, die wir werden wollen.

    Die Spannung, die dabei entsteht, zeigt uns: Hier geht’s lang. Im Gehen entdecken wir, was schon funktioniert – und was als Nächstes möglich wird.

  • Der Mechaniker-Irrtum (oder: Wie wir Veränderung einfacher machen)

    Wir behandeln Menschen wie kaputte Autos. Wir bringen sie in die Werkstatt. Der Mechaniker sucht den Fehler. Findet ihn. Repariert ihn. Fertig. Das funktioniert bei Autos. Bei Getrieben. Bei Maschinen. Bei Software. Bei Dingen, die sich nicht verändern, während du sie reparierst. Aber Menschen sind keine Autos. Trotzdem wenden wir dieselbe Logik an: Was ist…

  • Innere Parlemente

    In uns sitzt kein einzelner Entscheider. Es tagt ein ganzes Parlament. Der Antreiber drängt. Der Kritiker meldet sich zu Wort. Der Ängstliche warnt. Der Träumer malt Bilder. Der Pragmatiker rollt mit den Augen. Viele von uns behandeln sie wie Störenfriede. Aber was wenn jede dieser Stimmen aus gutem Grund da ist. Jede wollte etwas schützen,…

  • Genau was wir brauchen, um weiterzukommen

    Manche nennen es Widerstand. Was, wenn es genau das ist, was dir fehlt, um weiter zu kommen. Die Kollegin, die ganz anders vorgehen will. Der Patient, die deine sorgfältig ausgearbeitete Empfehlung ignoriert. Der Chef, der eine Entscheidung trifft, die dir völlig unlogisch erscheint. Wir nennen das: Aber was, wenn sie einfach etwas anderes sehen? Die…

  • Nie genug

    Wir checken die Nachrichten, Instagram, Youtube. Dann nochmal. Und nochmal. Wir kaufen das nächste Ding, das uns endlich glücklich machen soll. Aber das tut es nicht. Wir suchen Bestätigung von Menschen, die uns nicht wirklich kennen. Und wenn sie kommt, verpufft sie so schnell wie sie kam. Die Spirale ist simpel: Was wir wirklich brauchen…

  • Die Zukunft

    Eine Frage, über die es sich lohnt nachzudenken: Wenn es eine Website gäbe, auf der du herausfinden könntest, was die Zukunft bringt – wie oft würdest du sie besuchen? Beim Wetter machen wir das. Manchmal täglich. Manche mehrmals täglich. Wir werden von Nachrichten und Trends angezogen, weil wir den Drang haben, das Jetzt zu kennen…

  • Was wir messen, könnte unsere Arbeit bestimmen

    Kennzahlen sind nicht neutral. Sie verändern womöglich wie wir arbeiten, nicht nur was wir messen. Wenn wir messen, welche Fortschritte unsere Klient:innen machen, werden wir vielleicht anfangen zu optimieren, damit sie weiter kommen. Vielleicht ist das gut, vielleicht auch nicht. Wenn wir messen, wie schnell wir arbeiten, fangen wir an, effizienter zu arbeiten. Vielleicht ist…

  • Wie war dein Tag?

    Es ist verlockend, mit nur einem Wort zu antworten. „Gut!“ Auf dieselbe Weise stempeln wir einen Job ab. Ein Projekt. Einen Menschen oder eine Erkrankung. Manchmal, als wenn es einen Preis gäbe für die Schnelligkeit etwas zu kategorisieren. Aus einer Fülle von Eindrücken und Erfahrungen müssen wenig Worte werden oder ein einziges Gefühl. Auf die…

  • Unbemerkt

    Nicht selten vergeht Zeit zwischen dem Moment, in dem etwas schiefläuft, und dem Moment, in dem wir es bemerken. Manchmal dauert das Jahre. Es schnell zu erkennen, macht einen Unterschied. In der Prävention, im Projektmanagement, in Beziehungen. Besser jetzt reagieren, bevor es zu Bruch geht. Aber was ist mit all den erwünschten Dingen, die unbemerkt…

  • Der Stuhl, der deiner wurde

    Nach drei Kaffeepausen im Seminar ist es dein Stuhl. Niemand hat das entschieden. Es ist einfach passiert. So entstehen die meisten Muster in unserem Leben – nicht durch Beschluss, sondern durch Wiederholung. Das Problem? Manchmal sitzen wir auf Stühlen, die uns nicht mehr passen.

  • Verantwortungsfallen

    Wer es zuerst macht, macht es vielleicht für immer. Den Abwasch. Das Spielzeug, das im Weg liegt. Die Mülltonnen der Nachbarn. Das funktioniert in beide Richtungen. Die Verantwortung, die du übernimmst, muss niemand anders tragen. Die Verantwortung, die du liegen lässt, übernimmt jemand anderes. Das gilt womöglich überall. Für Therapeuten und Klienten. Für Ärzte und…

  • Worte sind Taten

    Wir behandeln Sprache, als wäre sie neutral. Als würden wir mit Worten lediglich beschreiben, was ohnehin da ist. Die Welt existiert, und wir reden darüber. Wittgenstein dachte anders: Worte sind Taten. Wenn du jemandem sagst: »Ich vertraue dir«, beschreibst du kein Gefühl. Du vollziehst eine Handlung. Du schaffst eine Wirklichkeit, die vorher so nicht existierte.…

  • Alles, was gesagt wird, wird von einem Beobachter gesagt

    Dieser unscheinbare Satz hat weitreichende Konsequenzen. Denn wir müssen bedenken, dass wir alle unsere ganz eigene Betrachtungsweise haben, die jede unserer Aussagen zu einem guten Teil prägt. Erfahrungen, Scheuklappen, Blinde Flecken, Interessen, Abneigungen, Vorlieben, Wahrnehmungsfähigkeiten, Erwartungen, Rollenerwartungen … All das prägt, was wir als Wirklichkeit erleben. Und es ist schwer, sich davon zu trennen. Ernst…

  • Verlorene Stimmen

    Ein enormer Anteil dessen was wir Lernen nennen, über unsere Arbeit, die Welt und uns selbst, entspringt Gesprächen. Sie sind der Prozess in dem wir ein Verständnis herstellen über die Welt und unseren Platz darin. Wenn wir aufhören uns an Gesprächen zu beteiligen, fangen wir an uns in Luft aufzulösen. Wir alle haben Situationen erlebt,…

  • Immer und nie sind selten wahr

    „Es ist immer dasselbe.“ „Nie nimmt er es mal in die Hand.“ Es mag sich so anfühlen. Aber dann wären wir schon ziemlich perfekt. Meiner Erfahrung nach ist das selten der Fall. Die Möglichkeit von Ausnahmen zu erwägen, würde bedeuten, dass wir genauer hinschauen müssen. Und für jene, die eine Veränderung wollen, könnte dort bereits…

  • Wenn Ausnahmen neue Regeln erlauben

    1978 gründeten Steve de Shazer und Insoo Kim Berg das Brief Familiy Therapy Centre. Die Absichten waren einfach: Therapie kürzer und effektiver zu machen. Es dauerte sieben Jahre, bis eine einfache Beobachtung änderte, wie man fortan mit Klient:innen arbeitete: Das Problem, das Klient:innen in die Therapie führte, war gar nicht immer da. Klient:innen berichteten zunächst…

  • Es gibt keine goldene Mitte

    Nicht das Vollkommene, sondern das Gute im Vorläufigen suchen. Das sollte Ziel sein. Dafür müssen wir immer wieder „gut“ entscheiden können: Dabei bleiben.Etwas ändern. Akzeptieren.Ablehnen. Verantwortung selbst tragen.Verantwortung abgeben. Dich mitteilen.Es für dich behalten. Dich damit vertraut machen.Es auf sich beruhen lassen. Fokus.Perspektive. Schneller.Langsamer. Individualität berücksichtigen.Nach Schema arbeiten. Dich festlegen.Dich von Verpflichtungen lösen. Dem Bedürfnis…

  • Zwei Arten des Nichtstuns

    Auszeiten wollen genutzt werden. Alles Ungetane, Unerledigte, Ungesehene, Unbereiste, Ungehörte und Ungelesene kommt auf die Agenda. Wer aus der Auszeit zurück kommt wird schnell gefragt: Und was hast du gemacht im Urlaub? Wie war euer Sommer? Was habt ihr gemacht? Wie war das Wochenende? Was habt ihr gemacht? Aus der Pause soll ja etwas gemacht…

  • Leseliste für Lösungs(er)finder

    Es ist unser Tagesgeschäft Probleme zu lösen. Viele von uns begleiten Menschen in Situationen des Umbruchs, beim neu aufstellen oder beim Durchhalten. Das kann auch für uns anstrengend sein. Daher sind hier meine Favoriten unter den Büchern und Artikeln zur lösungsorientierten Methode in Therapie, Coaching und Beratung. »These books had been heavily criticised as cookbooks…

  • WOOP Methode: Wechselbad in Traum und Realität (Schritt-für-Schritt-Anleitung)

    Dieser Artikel ist für dich, wenn du eine Anleitung für die WOOP Methode suchst. WOOP steht kurz für Wish, Outcome, Obstacle, Plan. Wer sich etwas in den Kopf gesetzt hat, Gewohnheiten ändern will, Fortschritte sicherstellen oder sich nicht von Hindernissen überraschen lassen will, ist hier richtig. Denn genau dabei hilft die WOOP Methode. In der…

  • Gewohnheiten: Die ultimative Liste der Zahlen und Fakten

    Unsere Gewohnheiten bestimmen maßgeblich unser Leben. Im Guten wie im Schlechten. Wer versucht sie zu ändern oder andere dabei unterstützt findet hier Zahlen und Fakten, um realistische Entscheidungen zu treffen. Dabei beziehe ich mich vor allem auf wissenschaftliche Studien und Befunde aus der Psychologie und den Neurowissenschaften. Typische Fragen werden beantwortet, wie… Auch zeige ich…