Innere Parlemente

In uns sitzt kein einzelner Entscheider.

Es tagt ein ganzes Parlament.

Der Antreiber drängt.

Der Kritiker meldet sich zu Wort.

Der Ängstliche warnt.

Der Träumer malt Bilder.

Der Pragmatiker rollt mit den Augen.

Viele von uns behandeln sie wie Störenfriede.

Aber was wenn jede dieser Stimmen aus gutem Grund da ist. Jede wollte etwas schützen, erreichen, verhindern.

Der innere Kritiker? Ihm war klar, dass diese eine Projekt damals nur gelingt, wenn wir keine Kompromisse machen.

Die ängstliche Stimme? Erfahrung, die sich als Frühwarnsystem bewährt hat.

Die pragmatische Stimme, die schon früher dabei geholfen hat, zwischen allen Anforderungen erste Schritte abzuleiten.

Das Problem ist nicht, dass diese Stimmen existieren.

Das Problem ist, wenn eine einzige Stimme das Mikrofon an sich reißt und alle anderen übertönt. Oder wenn wir bestimmte Anteile so lange ignorieren, bis sie nur noch schreien können.

Die Frage ist nicht: Wie werde ich diese Stimme los?

Die Frage ist: Was braucht dieser Teil von mir, um sich wieder setzen zu können?

Gute innere Führung bedeutet nicht Diktatur.

Sie bedeutet: Allen Gehör schenken. Und dann bewusst entscheiden, wer heute zu Wort kommt.