Wir behandeln Menschen wie kaputte Autos.
Wir bringen sie in die Werkstatt.
Der Mechaniker sucht den Fehler. Findet ihn. Repariert ihn.
Fertig.
Das funktioniert bei Autos. Bei Getrieben. Bei Maschinen. Bei Software. Bei Dingen, die sich nicht verändern, während du sie reparierst.
Aber Menschen sind keine Autos.
Trotzdem wenden wir dieselbe Logik an:
Was ist das Problem? Was ist die Ursache? Wie beheben wir es?
Wir suchen nach dem Fehler. Wir analysieren Schwächen. Wir erstellen detaillierte Pläne. Das klappt bei Brüchen. Bei Infektionen. Bei klaren Befunden. Bei vielen komplizierten Themen. Zum Glück.
Doch dabei übersehen wir etwas Entscheidendes:
Menschen sind lebende Systeme. Sie verändern sich. Sie reagieren auf unsere Analyse. Unsere Diagnose. Unseren Plan.
Nicht nach unserem Plan. Sondern nach ihrer eigenen Logik.
Wir können nicht hineingreifen und die Schalter umlegen. Wir können irritieren. Anbieten. Einladen. Einen Raum öffnen.
Während wir mit unseren Analysen und Plänen beschäftigt sind, verändert sich die Situation bereits.
Die Alternative ist fast peinlich einfach:
Beschreibe, was du stattdessen willst.
Finde, was bereits funktioniert. Und sei es noch so wenig.
Mach einen kleinen Schritt.
Keine Diagnose. Keine Ursachenforschung. Keine 47-Punkte-Aktionspläne.
Veränderung passiert sowieso. Die ganze Zeit.
Halt Ausschau nach den Anzeichen. Nach dem, was sich bereits bewegt.
Die Frage ist nicht, wie wir Veränderung erzeugen.
Die Frage ist: Welche Veränderung verstärken wir?
