Wir tragen alle Doppelbilder in uns.
Ein Bild, das zeigt, wie wir uns selbst erleben:
mit unseren Grenzen, Erfahrungen, Möglichkeiten.
Ein zweites Bild, das zeigt, wie wir glauben, gesehen zu werden:
wie wir sein sollen, wie wir funktionieren müssen.
Diese beiden Bilder sind selten identisch.
Die Lücke zwischen ihnen bleibt oft unsichtbar –
bis sie spürbar wird.
Als Stress.
Als Angst.
Als Scham.
Als Schuld.
Als das leise Gefühl, nicht zu genügen.
Nicht, weil wir grundsätzlich falsch sind.
Sondern weil unsere Doppelbilder nicht zusammenpassen.
Unsere typische Reaktion:
mehr anstrengen.
uns anpassen.
uns korrigieren.
Doch eine andere Bewegung ist möglich:
zurück statt nach vorn.
Hin zu unserer eigenen Geschichte.
Dort finden wir nicht nur, warum die Lücke entstanden ist,
sondern auch Hinweise auf Passung:
Momente, in denen unser gewohntes Selbst bereits gereicht hat.
Unsere Vergangenheit ist nicht festgeschrieben.
Sie kann neu verstanden werden.
Und mit jeder neuen Deutung
verändert sich,
wie nah wir uns selbst sind.
Wird die Lücke kleiner,
verändert sich das Erleben:
Weniger Druck.
Mehr Stimmigkeit.
Nicht, weil wir jemand anderes werden.
Sondern weil wir unsere Doppelbilder vereinen.
