Nicht, weil sie wertlos ist.
Sondern weil wir sie falsch einordnen.
Evidenz funktioniert gut in einfachen und komplizierten Systemen. Dort, wo Ursache und Wirkung stabil sind.
Wo Analyse zu besseren Entscheidungen führt.
Das ist die Welt der Leitlinien.
Der Studien.
Der „best practice“.
Aber vieles, was uns interessiert, lebt woanders.
Im Komplexen.
Dort gibt es keine klaren Kausalitäten. Eher Muster, die sich im Nachhinein zeigen. Was heute funktioniert, kann morgen scheitern. Mehr Evidenz löst dieses Problem nicht. Sie gibt uns nur die Illusion von Kontrolle.
Wir können komplexe Probleme nicht analysieren und dann handeln.
Wir müssen handeln, um zu verstehen.
Versuch. Rückschluss. Dann Anpassen.
Kleine Experimente. Aufmerksames Beobachten. Anpassen.
Evidenz wird nicht ersetzt. Aber sie rückt an ihren Platz. Nicht als Anleitung. Sondern als Orientierung.
Die eigentliche Kompetenz ist eine andere:
Mit Unsicherheit umgehen.
Hypothesen leicht halten.
Schnell lernen, um mehr vom dem zu machen was funktioniert.
Und vielleicht das Wichtigste:
Zu erkennen, in welcher Art von Welt wir uns gerade befinden.
