Theorie und Praxis gelten für die meisten als Gegensätze.
Theorien sind theoretisch. Praktische Konzepte sind praktisch.
Klingt logisch – auf den ersten Blick. Aber wenn wir davon ausgehen, dass jeder Mensch einzigartig und in komplexen Verhältnissen lebt, verlieren vereinzelte, fremde, erzählte und vergangene Erfahrungen aus der Praxis ihre Relevanz beim nächsten einzigartigen Menschen, der ebenfalls in komplexen Verhältnissen lebt – und der physio-logisch oder psycho-logisch anders reagiert.
Und so hat der eine Fall ein gravierendes Problem mit der Anschlussfähigkeit an den Nächsten.
Theorien sind anders als die Praxis.
Theorien doppeln die Praxis. Sie bieten die Möglichkeit das Bekannte anders zu betrachten. Anders (und vielleicht kontraintuitiv) zu beschreiben (zu bewerten und zu erklären) was wir beobachten.
Theorie kann so durch eine neue Sichtweise eine positive Spannung erzeugen. Eine Andersheit. Differenz. Einen Unterschied. Und damit eine Anleitung zum praktischen Handeln. Für diesen einzigartigen Fall.
