Was wir meinen, ist nicht was ankommt

Wir wollen unseren Kindern helfen, selbstständig zu werden. Also erledigen und unterstützen wir sie bei allem – vom Pausenbrot bis zur Hausaufgaben-Erinnerung.

Und dann wundern wir uns wenn sie denken: „Ohne Mama/Papa geht gar nichts.

Wir wollen unseren Kolleginnen zeigen, wie etwas geht. Also zeigen wir es ganz genau.

Und dann wundern wir uns, wenn wir beim nächsten Mal wieder gefragt werden.

Wir wollen unsere Patienten vor Rückschlägen bewahren. Also stellen wir die Anforderungen ganz niedrig, „damit sie Erfolgserlebnisse haben“.

Und dann wundern wir uns, wenn sie sich selbst nichts mehr zutrauen.

Nicht, dass so es genauso kommen muss. Aber wahrscheinlich haben Sie eine ähnliche Erfahrung gemacht. Gute Absichten. Nicht erwartete Wirkungen.

Und wir legitimieren unser Handeln durch unsere Absichten statt auf die tatsächliche Wirkung zu schauen.

„Ich hab’s doch nur gut gemeint!“

Das Problem: Im Alltag setzen wir Absicht mit Wirkung gleich. Wir denken, gute Absichten garantieren gute Ergebnisse.

Tun sie nicht.

Die systemische Perspektive lehrt uns: Beobachten, was wirklich passiert. Nicht, was wir uns erhoffen. Von außen betrachtet zeigt sich oft, dass unsere „Lösungsversuche“ genau das Problem am Leben erhalten.

Die gute Nachricht: Wir müssen unsere Absichten nicht ändern. Nur unser Verhalten.