Erschöpfung muss kein Fehler sein, den es zu beheben gilt.
Was, wenn sie eine Botschaft ist? Eine dringende sogar.
Wenn dein Körper nicht mehr kann, versucht er nicht, dich zu sabotieren. Er versucht, dich zu retten. Von einem System, das nicht funktioniert. Von Grenzen, die du ignorierst. Von einer Geschichte, die du dir selbst erzählst und die nicht mehr stimmt.
Es ist eine inneren Demokratie, die wieder zu Wahlen einlädt.
Wir leben in einer Kultur des Wegarbeitens. Problem identifiziert? Problem gelöst.
Symptom aufgetaucht? Symptom eliminiert. Schnell weiter.
Aber manche Dinge wollen nicht gelöst werden. Sie wollen gehört werden.
Die Erschöpfung fragt: Was läuft hier eigentlich? Warum tust du das? Für wen? Und zu welchem Preis? Auf wessen Kosten?
Das sind unbequeme Fragen. Deshalb ist es verlockend, sie mit Koffein, Selbstoptimierung oder positivem Denken zu übertönen.
Doch die Nachricht wird dadurch nur lauter.
Die wirkliche Arbeit beginnt nicht mit der Beseitigung des Symptoms.
Sie beginnt mit Zuhören.
Was, wenn deine Erschöpfung die klügste Entscheidung ist, die dein System gerade treffen kann?
Wer in dir sendet die Nachricht? Wie geht sie weiter?
